"T.H.E. Book" von Conrad Schormann
Auf 192 Seiten wird der Leser
durch die relevanten Facetten des Limit-Pokerns geführt. Conrad Schormann
beginnt bei der Geschichte des Spiels und den Grundregeln. Anmerkungen zum
Spielablauf und den Startblättern bilden dann das Fundament für die
nachfolgenden Theorie- und Praxiskapitel. Weil gutes Pokern auch mit Mathematik
zu tun hat, wird der Spieler in die Welt der Zahlen eingeführt - jedoch ohne
die üblichen Tabellen zum Auswendiglernen. Viel wichtiger ist dem Autor, dass
der Leser die Funktionsweise und die Zusammenhänge begreift. Schließlich
plaudern Dominik Kofert und Mattias Wahls in einem ausführlichen Interview aus
dem Nähkästchen und diskutieren dabei auch die üblichen Spielweisen wie
„tight-aggressive” oder „loose”. Ergänzt wird das Buch durch ein umfangreiches
Glossar zum Nachschlagen der wichtigsten Pokerbegriffe. Als weiteren Zusatz
gibt's für alle Online-Spieler ein eigenes Kapitel zu Analyse-Programmen und
hilfreichen Spielerstatistiken.
Schormann’s Buch ist ein Limit Buch. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Es ist gut. Es ist aber nicht zu verstehen, warum das dann nicht auch auf dem Buchcover steht. Mit Sicherheit werden einige No-Limit Spieler das Buch gekauft haben und dann enttäuscht gemerkt haben, dass sie ein Limit Buch in den Händen halten. Ein weiterer negativer Punkt ist, dass Schormann neue Namen für die Spielertypen erfindet, z. B. „Mr. Pink“ für den Maniac und „Frau Fels“ für den Rock. „Sklansky“ als Spielertyp habe ich sonstwo noch nie gehört. Mich persönlich stören solche Neuerfindungen, denn durch die uneinheitliche Terminologie wird der Leser verwirrt. Wenn er sich mit jemand unterhält, der „THE Book“ nicht gelesen hat, wird dieser nicht wissen, was gemeint ist.
Abgesehen davon ist das Buch aber
sehr durchdacht und seinen Preis wert. Die schwerpunktmäßige mathematische
Betrachtung im Limit Bereich macht in jedem fall Sinn. Weiterhin fällt positiv
auf, dass das Layout des Buches sehr schön gestaltet ist. Es wird mit
verschiedenen Farben gearbeitet und die Grafiken sind mit Liebe zum Detail
erstellt. Der Preis von 20 Euro geht in Ordnung. Das Buch ist nicht zu teuer
aber auch nicht billig. Die Investition lohnt sich aber für den ambitionierten
Limit-Spieler.